Der Regen prasselte unaufhörlich gegen das große Fenster, ein sanftes, aber stetiges Trommeln, das Monika schon den ganzen Morgen begleitete. Sie saß auf dem alten, weichen Teppich im Wohnzimmer, umgeben von einem Meer aus Bauklötzen, die sie sorgfältig zu einem hohen, wackeligen Turm stapelte. Jeder Klotz wurde mit größter Konzentration platziert, ihre kleinen Finger griffen fest zu, während sie die Balance des Bauwerks prüfte. Draußen war der Himmel ein einziger Grauschleier, und die Bäume im Garten tanzten im Wind, ihre Blätter schüttelten unzählige Regentropfen ab. Monika liebte diese Regentage, an denen die Welt draußen in ein gedämpftes Flüstern gehüllt war und drinnen eine ganz besondere Gemütlichkeit herrschte. Der Duft von feuchter Erde und dem alten Holz des Kamins erfüllte den Raum, und ab und zu knisterte ein Scheit leise im Feuer. Sie summte eine kleine Melodie vor sich hin, während sie den nächsten Klotz auswählte, einen leuchtend roten, der perfekt auf die Spitze ihres Turms passen würde. Es war ein Tag, um in Gedanken zu versinken und die Fantasie schweifen zu lassen, während der Regen seine eigene Geschichte an die Fensterscheiben schrieb.